Neujahrsempfang und „Brezelgate“

„Keinen vergessen“ wollte Oberbürgermeister Peter Feldmann und hatte ein Drittel mehr Einladungen zum diesjährigen Neujahrsempfang verschickt. Kein Wunder also, dass der Römer zu eng wurde und die Paulskirche kurzerhand für die Reden angemietet werden musste. Hier begrüßte Peter Feldmann den Präsidenten der Goethe Universität Prof. Dr. Werner Müller-Esterl, um die Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag der Uni einzuläuten. Nach dem Gedränge in der Paulskirche haben dann viele den Weg in die Römerhallen erst gar nicht mehr gefunden. Keine schlechte Entscheidung, denn die Stadt mit dem höchsten Gewerbesteuerhebesatz muss sparen und setzt neue Prioritäten: Für ein Buffet war offensichtlich kein Geld mehr vorhanden, aber für Brezeln und eine minimalistische Auswahl an Wein und Bier hat es gerade noch gereicht. Dies missfiel dann u.a. auch TV-Moderator Holger Weinert „Da habe ich meinen Mann mit Bandscheibenvorfall liegen lassen und werde hier mit einer trockenen Brezel abgespeist“. Ein Würstchen und Kartoffelsalat nach Frankfurter Tradition hätten viele Gäste vorgezogen. Wirtschaftsdezernent Markus Frank machte es besser und schickte seinen Fahrer direkt zu McDonalds. Das 30.000 € teure Buffet musste den Kosten für die Übertragung der Reden auf Monitore im Römer und die Miete für die Paulskirche weichen. Sicherlich der Grund für den frühen Aufbruch vieler Gäste. Dem bestens gelaunten Manfred Pasenau geht es nach eigenen Angaben „seit gestern sehr gut“ und bezog sich dabei auf die Absage des diesjährigen Opernballs und den Misserfolg seines „Nachfolgers“ Thomas M. Stein. Ein Grinsen konnte er sich dabei nicht verkneifen. Wohltätigkeits-Lady Katherine Fürstenberg-Raettig verwehrte sich den Griff zur städtischen Spar-Brezel: „ich esse keine Kohlenhydrate, habe gerade erst 10 Kilo abgenommen“. Tarek Al-Wazir verriet uns, dass ihm hinsichtlich seiner am Samstag bevorstehenden Vereidigung und der neuen Aufgabe als amtierender Hessischer Wirtschaftsminister, trotz seiner 19-jährigen Landtagszugehörigkeit, doch ein wenig flau im Magen sei. „Es wird eben doch alles ein wenig anders werden.“