Wenn Ex-Eintracht-Trainer wie Armin Veh und sein ehemaliger Chef Heribert Bruchhagen in alten Zeiten schwelgen und selbst Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge und BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke einträchtlich plaudern, ist es wieder soweit. Die gesammelte deutsche Fußballprominenz trifft sich zum Neujahrsempfang der DFL in Frankfurt.

FC Bayern-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge mit BVB-Chef Hans-Joachim Watzke
FC Bayern-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge mit BVB-Chef Hans-Joachim Watzke

Zum sportlichen Gipfeltreffen begrüßte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert im Palais Frankfurt neben Sponsoren und Partnern das Who-is-who des deutschen Fußballs sowie Vertreter aus Medien und Politik. Hier tummelten sich neben Lothar Matthäus, DFB-Direktor Oliver Bierhoff oder Hannover-Manager Horst Heldt auch Sporthilfe-Aufsichtsrat Werner E. Klatten und Oberbürgermeister Peter Feldmann.

Eintracht-Legende und Weltmeister Bernd Hölzenbein mit HSV-Boss Heribert Bruchhagen
Eintracht-Legende und Weltmeister Bernd Hölzenbein mit HSV-Boss Heribert Bruchhagen

Mahnende Worte

Vor den Geladenen kritisierte Seifert in einer markigen Rede den mangelnden Anspruch der Clubs. Er forderte sie zum Umdenken auf, damit die Bundesliga dauerhaft eine der stärksten Ligen der Welt bleiben kann.

„Wir brauchen Leuchttürme.“

Es würde eine Spitze mehrere Clubs gebraucht, die den Anspruch haben müsse, international konkurrenzfähig zu werden und zu bleiben. „Wir brauchen Leuchttürme.“

Der deutsche Fußball müsse sich zum Spitzensport bekennen. „Wer internationale Zweitklassigkeit nicht so schlimm findet, wird sich – schneller als manche denken – in der internationalen Bedeutungslosigkeit wiederfinden“, lauteten seine mahnenden Worte.

Vorfreude und Verantwortung

Zur anschließenden Talkrunde bat Moderator Patrick Wasserziehr DFL-Präsident Dr. Reinhard Rauball und den ehemaligen Kapitän der deutschen Nationalmannschaft Philipp Lahm auf die Bühne. Dort sprach Lahm über seine Arbeit als Botschafter des DFB für die EM-Bewerbung Deutschlands für 2024.

Rauball sicherte dem DFB die 100-prozentige Unterstützung bei dem Vorhaben zu und mahnte zugleich vor zu großer Überheblichkeit. „Wir sind nicht konkurrenzlos. Die Türkei ist ein respektabler Konkurrent. Es wird kein Selbstläufer.“

Im Hinblick auf die WM 2018 schlug der Ligapräsident bezüglich der Menschenrechtslage in Russland ernste Töne an und gab Einblick in die Bemühungen und Verantwortung der deutschen WM-Delegation. „Der Fußball hat eine große gesamtgesellschaftliche Bedeutung. Es wird schwer, aber wir werden es versuchen.“

Weltmeister Philipp Lahm im Gespräch
Weltmeister Philipp Lahm im Gespräch

Bei Philipp Lahm hingegen überwiegt die Vorfreude. „Das letzte Mal, dass ich nicht selbst bei der WM gespielt habe, war 2002. Ich freue mich darauf, das Turnier vom Sofa aus verfolgen zu können.“