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353 Tage im Jahr herrscht Stille in der Windmühlstraße 9 im Frankfurter Bahnhofsviertel. Unweit des Mainufers fristet dort eine verlassene Villa ihr einsames Dasein – bunte Graffitis, und bröckelnder Putz sind nur einige Zeichen der Zeit, die das ehrwürdige Herrenhaus zieren.

Die Geistervilla in der Windmühlstraße beherbergt aktuell die Villa Ratatouille.
Die Geistervilla in der Windmühlstraße beherbergt aktuell die Villa Ratatouille.

Doch seit gestern ist für einige Wochen alles anders: 800 erwartete Gäste, 12 Spitzenköche, Kunst, Musik und Barkultur, kurzum pulsierendes Leben, hält zeitweilig in den leerstehenden Räumen des Geisterhauses Einzug, das auf den Namen Villa Ratatouille getauft wurde.

„Als wir die Villa zum ersten Mal gesehen haben, hat es sofort gefunkt“, erzählt Unternehmer Maximilian Reggiannini, der das außergewöhnliche kulinarische Projekt mit seinem Partner und Betreiber des Landwehrstübchens Peyman Far ins Leben gerufen hat. Eine „Hommage an die kulinarische Vielfalt“ soll die Veranstaltungsreihe sein, die am gestrigen Abend mit einer restlos ausverkauften Opening-Party startete und am 7. Mai mit einem Closing-Weekend abschließen wird.

hr-Fernsehkoch und Restaurantbetreiber Reiner NeidhartZugunsten des kulinarischen Auftakts stand hr-Fernsehkoch Reiner Neidhart hinter dem Herd, der seine Gäste, darunter auch Hauseigentümer Amir Selmi, mit einem Parfait von grüner Sauce an Vogelsberger Lachsforelle, Maispoulardenbrust auf Bärlauch-Graupenrisotto und einem süßen Gaumenschmaus von Rhabarber und Rose verwöhnte.

Doch er wird nicht der einzige Held hinter dem Herd bleiben: Gebucht sind für die nächsten Wochen unter anderem Dennis Aukili und Anton de Bruyn aus dem Restaurant Chair´s, Tanja Sönke aus der Heimat, Thomas Haus aus der Werkskantine sowie die Saravini-Schwestern SarahJeanette und Diana, die jeweils ein Gericht des 3-Gang-Menüs zubereiten – Karten gibt es allerdings nur noch wenige.

Wohnzimmeratmosphäre in der Villa Ratatouille
Wohnzimmeratmosphäre in der Villa Ratatouille

Das Konzept besteht jedoch nicht nur darin, große Küche in ungewöhnlicher Kulisse anzubieten, sondern die Villa Ratatouille auch nach dem Dinner zu einem Szene-Treffpunkt zu machen: „Ab 22 Uhr leiten wir den Barabend mit DJ-Sounds und Drinks ein, zu dem auch Gäste kommen können, die keine Karte für das Dinner haben“, erzählt Reggiannini.

Das Opening war ein rundum gelungener Auftakt für alle Sinne – nicht zuletzt, weil die Veranstalter mittlerweile ein eingespieltes Team sind: „Wir haben schon die Secret-Dinner-Reihe zusammen durchgeführt und das Projekt Villa Ratatouille in vier Wochen auf die Beine gestellt. Wenn dieser Testlauf nun gelingt, könnten wir uns auch ein dauerhaftes Projekt vorstellen“, verrät Peyman Far.

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