Das Finale um den Internationalen Hochhaus Preis 2016 ist entschieden: Das Wohnhochhaus ‘VIA 57 West‘ in New York gewinnt den mit 50.000 Euro dotierten Wettbewerb um das weltweit innovativste Hochhaus. Aus ca. 1500 Wolkenkratzern, die innerhalb der letzten zwei Jahre weltweit fertiggestellt wurden, waren 30 herausragende Gebäude aus 14 Ländern nominiert.

 

Der dänische Architekt Bjarke Ingels. (Foto KT Auleta)
Der dänische Architekt Bjarke Ingels. (Foto KT Auleta)

„Es ist eine große Ehre, dass VIA 57 West den Internationalen Hochhaus Preis 2016 erhalten hat. Es ist eine seltene neue Gebäudegattung, die die gemeinschaftlichen Qualitäten einer europäischen Blockrandbebauung mit der Dichte und den Ausblicken eines Hochhauses verbindet. Ich sehe den Preis als eine Einladung für uns und andere neu darüber nachzudenken wie wir unsere zukünftigen Städte bewohnen wollen.“, sagte der Architekt Bjarke Ingels (BIG – Bjarke Ingels Group) heute nach der Bekanntgabe.

New York ganz vorn bei Innovationen im Hochhausbau

Im Westen vom Hudson River durch eine mehrspurige Autobahn abgetrennt, im Norden ein historistisch verkleidetes Elektrizitätswerk, im Süden lärmend und riechend ein neugebautes Müllsortierzentrum und im Osten thront ein gewöhnlicher, blauverglaster, 130 Meter hoher Wohnturm, dessen Sicht auf den Hudson River möglichst nicht gestört werden durfte: Das waren die außergewöhnlichen Rahmenbedingungen für das Projekt in dem sehr gemischten Viertel Hell’s Kitchen.

Aufgrund der Bauweise können die meisten Bewohner der über 700 Einheiten den Blick auf Sonnenuntergang und Hudson River genießen. (Kirsten Bucher)
Aufgrund der Bauweise können die meisten Bewohner der über 700 Einheiten den Blick auf Sonnenuntergang und Hudson River genießen. (Kirsten Bucher)

Die Antwort der Architekten auf diese Herausforderungen war das innovative Konzept eines „Courtscrapers“. Ein Hybrid aus amerikanischem Hochhaus und europäischer Blockrandbebauung, der sich weg von der nordöstlichen Bebauung hin zu einem begrünten Innenhof orientiert. In der Dachfläche integrierte Terrassen gewähren geschützte Aussichten auf den Hudson River im Westen. Fast alle der 709 Wohnungen genießen den Fluss- und Sonnenuntergangsblick – was bei einer normalen Blockbebauung geometrisch unmöglich gewesen wäre.

Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig erklärte: „Heute leben etwa 50 Prozent der Weltbevölkerung in Großstädten und urbanen Ballungsräumen. Der städtische Raum wird immer knapper und das Wohnen in Hochhäusern auch in Frankfurt immer mehr zur Gewohnheit. Frankfurt lobt also nicht nur den einzigen Internationalen Hochhaus Preis aus, sondern erkennt mit seinen eigenen neuen Türmen innovative Entwicklungen im Hochhausbau.“

„Dieses Projekt ist ein großer Meilenstein für den Wohnungsbau, nicht nur im extremen Wohnungsmarkt New York“, betonte Peter Cachola Schmal, Jurymitglied und Direktor des Deutschen Architekturmuseums (DAM). „Hier vereinsamt der allein lebende Metropolenbewohner nicht mehr, sondern findet in seinem Block den notwendigen sozialen Kontakt zu gleichgesinnten Mitmenschen.“

Der Architekt Bjarke Ingels und Bauherr Douglas Durst (The Durst Organization) nehmen den Preis heute Abend im Rahmen eines Festaktes in der Frankfurter Paulskirche entgegen. Die Auszeichnung überreichen Dr. Ina HartwigPeter Cachola Schmal und Dr. Matthias Danne, Immobilien- und Finanzvorstand der DekaBank.

Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) zeigt vom 4.11.16 bis 15.1.17 alle nominierten Projekte in der Ausstellung „Best Highrises 2016/2017 – Internationaler Hochhaus Preis 2016“.