Tore, Tore, Tore: Die Besucher kamen beim Goldgas „Tag des Handballs“ in der Commerzbank Arena voll auf ihre Kosten. Denn dieser Tag stand ganz im Zeichen des Handballsports. Die Macher um Organisator und Ex-Rhein-Neckar-Löwen-Manager Thorsten Storm hatten die Fußball-Pause genutzt, um die Werbetrommel für ihre Sportart zu rühren.

Und so herrschte Kirmesstimmung in und um die Arena, in der sonst die Fußballer der Frankfurter Eintracht und deren Fans für Stimmung sorgen. Die Handball-Saison 2014/2015 startete am Vormittag mit den Jugendturnieren, die mit 80 Teams aus zahlreichen Landesverbänden auf 16 Plätzen rund um das Stadion spielten.

 

Eins auf die Mütze

Der Weltrekordversuch ist geglückt - 44.189 Besucher beim Tag des Handballs!
Der Weltrekordversuch ist geglückt – 44.189 Besucher beim Tag des Handballs!

Nach den Jugendturnieren stand das Promi-Match auf dem Programm. Angeführt von Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar, Team „Kretzsche“, und Fernseh-Kommentator Frank Buschmann, Team „Buschi“, lieferten die Stars, darunter die Ex-Fußballprofis Christoph Metzelder und Ansgar Brinkmann, die Moderatoren Oliver Pocher und Elton sowie Komiker Paul Panzer, den Frankfurter Zuschauern eine flotte Show.

„Jetzt gibt’s was auf die Mütze“, sagte Handball-Punk Kretzschmar noch vor Anpfiff der Partie und machte seine Drohung schließlich wahr: Nach zweimal 20 Minuten konnte „Kretzsche“ seine Ehre verteidigen und ging mit 27:22 als strahlender Sieger aus dem Match hervor. Besonderes Highlight für den Handballer: Tochter Lucie Marie, die schon für die Jugendnationalmannschaft aufgelaufen ist, spielte in seinem Team und demonstrierte ihr großes Talent.

Von den Fans wurde die 14-Jährige dafür lautstark gefeiert. „Welcher Vater ist schon in der Lage, jemals mit dem eigenen Kind zu spielen? Es ist der Wahnsinn, mit ihr auf der Platte zu stehen. Ich finde, sie hat ihre Sache super gemacht“, sagte die Handball-Legende nach dem Spiel sichtlich stolz.

Löwen zum Sieg gebrüllt

Krönender Abschluss wurde der Bundesliga-Hit zwischen den Rhein-Neckar Löwen und HSV Handball. „Es ist schon ein tolles Event. Den ganzen Tag Handball, erst die Jugendmannschaften, dann wir Oldies und noch ein Bundesligaspiel. Das ist ein großer Spaß und Abwechslung für uns und die Zuschauer“, stellte der Jugendkoordinator des Deutschen Handball Bundes (DHB) und Ex-Nationalspieler Christian Schwarzer vor dem Spiel fest.

Und seine Aussage bewahrheitete sich. Denn ausgelassener hätte die Stimmung nicht sein können. La-Ola-Wellen, Pyrotechnik, Goldkonfettiregen und laute Beifallsstürme tobten durch das Stadion. Die Löwen nutzten den Rückhalt der Fans und holten sich den Sieg mit 28:26. „Die Atmosphäre war einzigartig“, zog Stadionmanager Patrik Meyer am Abend Bilanz. „Es ist uns gelungen, ein Festival für die gesamte Handball-Familie mit vielen Facetten dieser Sportart zu realisieren. Von den Jugendturnieren mit rund 1.600 Kindern und ihren Familien aus den verschiedensten Ecken Deutschlands bis zum Gänsehautgefühl im Stadion bei der Verkündung des Weltrekords.“

Denn ganz nebenbei wurde bei der Partie des vierten Spieltages noch ein Weltrekord aufgestellt: Mit insgesamt 44.189 Handballfans wurde die alte Bestmarke um 7.500 Zuschauer geknackt. Noch nie zuvor haben so viele Menschen live ein Handballspiel verfolgt.