Sie sind prächtig, selten und wohl das wertvollste Geschenk der Natur: Glitzernde Edelsteine üben seit Jahrtausenden eine tiefe Faszination auf den Menschen aus. Mit ihrer magischen Schönheit nehmen sie jeden Blick gefangen. Auch den deutsch-jüdischen Auswanderer Hans Stern verzauberten die bunten Steine. Aus Leidenschaft zu den glitzernden Preziosen baute er in Brasilien den weltweit drittgrößten Edelstein- und Schmuckkonzern auf. Top Magazin Frankfurt durfte exklusiv einen Blick hinter die Kulissen des Juwelenimperiums von H. Stern werfen und begab sich in der Firmenzentrale in Rio de Janeiro auf Schatzsuche.

Samtiges Bordeauxrot, verführerisches Lila, sattes Tiefgrün und royales Mitternachtsblau – der Faszination von Farbedelsteinen kann man sich kaum entziehen, sie bezaubern im Nu ihre Betrachter. Mit ihrer unwirklichen Schönheit ziehen sie die Menschen in ihren Bann. Seit jeher werden die funkelnden Kostbarkeiten daher als ein Symbol für Unvergänglichkeit, Reichtum und Macht gesehen. Einer unter ihnen gilt aber als der unangefochtene König der Edelsteine: der Diamant. Kein anderes Material ist so hart wie Diamant. Für immer unzerstörbar, gilt er daher auch als Symbol ewiger Liebe. „Juwelen gewinnen mehr als Worte des Weibes Gunst“, formulierte es einst William Shakespeare. Knapp vierhundert Jahre später hauchte Marylin Monroe „Diamonds are a girl’s best friend”. Die Faszination für die glitzernden Steine ist noch heute ungebrochen.

Glänzende Geschäfte

Diamanten gehören zu den wertvollsten Waren überhaupt. Was im Auktionshaus Sotheby’s in der Schweiz hinter verschlossenen Türen passiert, ist selbst für Spitzenverdiener unvorstellbar. Regelmäßig werden hier die Glanzstücke aus der Welt der Edelsteine versteigert. Verkaufspreise im mehrstelligen Millionenbereich sind nicht selten. Nirgendwo auf der Welt werden jedoch so viele Edelsteine gehandelt wie in Antwerpen, das seit dem 15. Jahrhundert eines der wichtigsten Diamantenzentren der Welt ist. Hierzulande liegt das Edelstein-Zentrum im beschaulichen Idar-Oberstein. Dort findet man eine weltweit einmalige Edelstein-Industrie.

Steinige Kostbarkeit

Die Lieblingssteine von Hans Stern - Turmaline - gibt es in vielen Farbfacetten.
Die Lieblingssteine von Hans Stern – Turmaline – gibt es in vielen Farbfacetten.
Diamanten faszinieren nicht nur durch ihr Glitzern, sondern auch durch ihren Preis. Vor allem farbige Diamanten zählen zu den teuersten Steinen der Welt. Sie sind von unschätzbarem Wert und wurden meist in den Insignien der Mächtigen verarbeitet. Wie der berühmte große Blaue Wittelsbacher, der inzwischen Wittelsbacher-Graff heißt, und der einst als Leitstein die bayerische Königskrone zierte. Auch sein hochkarätiger Kollege – der dunkelblaue Hope-Diamant – schmückte schon so manch königliches Haupt. Er gilt als einer der schönsten, teuersten und begehrtesten Steine der Welt und wurde in der indischen Kollur Mine gefunden. Zahlreiche Legenden ranken sich um das geheimnisvolle Schmuckstück. Tiefblau, walnussgroß und rund 360 Jahre alt, hing er einst am Hals des französischen Königs Louis XIV. Doch der blaue Diamant mit dem tiefroten Nachleuchten soll mit einem bösen Fluch belegt sein und fatalen Einfluss auf seine Träger haben, heißt es in vielen Sagen. All seinen Besitzern hat der unheilvolle Stein jedenfalls großes Unglück gebracht, denn alle starben eines ungeklärten Todes. Die Magie, die aber von dem Diamanten ausgeht, ist ungebrochen. Der 45,52 Karäter ist heutzutage im Smithsonian Museum in Washington hinter dickem Sicherheitsglas, schlag-, beschuss- und sprengsicher, ausgestellt.

Unvergängliche Naturschönheiten: Diamonds are forever

Doch was genau ist eigentlich ein Diamant? Der edle Rohstoff ruht weit unter der Erde in den Tiefengesteinen. Er entstand vor rund drei Milliarden Jahren im Erdmantel durch Druck und bei Temperaturen von weit über 1.000 °C. Ein Diamant besteht daher aus in Jahrmillionen kristallisiertem Kohlenstoff. Die glitzernden, nahezu unzerstörbaren und sagenhaft alten Steine aus der Tiefe werden ans Sonnenlicht geholt und meisterlich geschliffen, zu unvergänglichen Kunstwerken. Jedoch bedarf es großen Aufwand, die seltenen Steine abzubauen. Sie sind zudem nur an wenigen Orten der Welt zu finden. Umso wertvoller werden die Kostbarkeiten dadurch. Leuchtende Rubine, funkelnde Smaragde und strahlende Diamanten gehören zu dem wohl Schönsten, was die Natur hervorbringt. Der Name kommt aus dem Griechischen „adamas“ und bedeutet unbezwingbar. Die ersten Fundstücke tauchten etwa 800 v. Chr. in Indien auf. Im 18. Jahrhundert fand dann ein Portugiese auf der Suche nach Gold in Brasilien einen Diamanten und verursachte damit den ersten „Rausch“. Die Leidenschaft für die bunten und einzigartigen Naturschönheiten ist unerschütterlich.

Herr der Steine

Bereits 2003 führte uns Hans Stern durch seine Sammlung im Edelsteinmuseum der Firmenzentrale.
Bereits 2003 führte uns Hans Stern durch seine Sammlung im Edelsteinmuseum der Firmenzentrale.
Vor allem Brasilien, mit seinen riesigen unerschlossenen Tropengebieten, ist ein Hort von Edelsteinen in allen Farben und Schattierungen. Unzählige Schatzsucher haben hier probiert, ihr Glück zu finden. Einer, der es gefunden hat, ist der deutsch-jüdische Auswanderer Hans Stern, der eine ganz besondere Beziehung zu den steinigen Kostbarkeiten hatte. Seine Vita ist so schillernd wie ein Edelstein Facetten hat. „Als ich den ersten Aquamarin in den Fingern hielt, war’s um mich geschehen – die Faszination der Edelsteine hatte mich gepackt“, beschrieb der deutsche Jude, beeindruckt von den Fähigkeiten der Schürfer und der Schleifer, die Anfänge seines „steinigen Lebens“ in seinem Tagebuch. Denn Hans Stern war der Gründer und Vorstandsvorsitzende des brasilianischen Edelstein- und Schmuckimperiums H. Stern, dem nach Tiffany und Cartier drittgrößten Schmuckkonzern der Welt. Trotz der weltweit 3.200 Mitarbeiter, die das Unternehmen beschäftigt, begreift man sich immer noch als Familienunternehmen. Und egal ob Dubai, Cannes oder am Neuen Wall in Hamburg – in 27 Ländern und 150 Filialen auf der Welt gibt es die Ohrringe, Halsketten, Ringe, Armbänder und Uhren zu kaufen. Auch am Frankfurter Flughafen findet man die Preziosen von H. Stern.

Das Time Magazine nannte ihn einst den „König der bunten Juwelen“. Um sein Imperium zu besichtigen, flog Top Magazin Frankfurt zum Hauptsitz der Firma nach Rio de Janeiro in der Rua Gracia D’Avilia, 113 Ipanema. Dort erhielten wir exklusiv Zutritt in die von Hans Stern in den 80er Jahren gebaute imposante Firmenzentrale. Brand Ambassador Christian Hallot empfängt uns zu dem Rundgang. Der Brasilianer mit französischen Wurzeln arbeitet schon sein halbes Leben für den Schmuckkonzern. Anfangs noch im Marketingbereich, leitet der große Mann mit den weißen Haaren und dem sympathischen Lächeln mittlerweile den Großteil der brasilianischen, mexikanischen und amerikanischen Stores. Als Vorstandsberater und Markenbotschafter reist er durch die ganze Welt und präsentiert H. Stern auf dem globalen Markt. „Dieses Familienunternehmen ist etwas Besonderes in der Branche. Es entwirft und verkauft seine Schmuckstücke nicht nur, H. Stern verantwortet auch die gesamte Wertschöpfungskette bis hinein in die eigenen Minen“, erklärt der 55-Jährige und seine Leidenschaft für Edelsteine schwingt mit. Eine Karriere wie seine ist im Konzern nicht unüblich. Wer sich bewährt, wird gefördert. Gute Arbeit wird belohnt. So hat es der 2007 im Alter von 85 Jahren gestorbene Firmengründer seinen Angestellten vorgelebt, die er ebenso sorgsam auswählte wie seine Steine.

Der Stern von Rio

Der deutsche Kriegsflüchtling mit jüdischen Wurzeln arbeitete sich vom Gehilfen eines Briefmarkenhändlers zu einem der reichsten Männer Brasiliens empor. Praktisch aus dem Nichts, mit nur wenigen hundert Dollar, schuf er 1945 ein Unternehmen, dessen Schmuck durch brasilianische Farbedelsteine wie Aquamarine, Topaz oder Turmaline weltweit berühmt wurde. Mit 17 Jahren begann bei ihm die große Faszination für die bunten und funkelnden Kostbarkeiten: Seine Geschäftsidee wurde zum Abenteuertrip. Auf dem Pferd reiste er quer durch das große Land Brasilien, kaufte den Minenarbeitern die bunten Edelsteine ab und verkaufte sie mit Gewinn weiter an Juweliere in den großen Städten. „Vor allem die grünen Turmaline – seine Lieblingsschmucksteine – aber auch die violetten Amethysten hatten es ihm angetan“, sagt Christian Hallot und führt uns in den Showroom, vorbei am Safe der Firma, dem wohl wertvollsten Raum in ganz Rio. Streng abgeschottet im Gebäude, mit modernster Technik gesichert, bewacht wie Fort Knox.

Edelsteinsammlung bei H. Stern
Edelsteinsammlung bei H. Stern
In ansprechend dekorierten beleuchteten Wandvitrinen ruhen die erlesenen Stücke im dunklen Raum. Tritt man näher heran, glänzen, glitzern und funkeln die Hochkaräter geradezu um die Wette. Farbedelsteine wie Rubine, Saphire, Amethyste, Citrine, lupenreine Aquamarine in über 35 Blautönen und seltene Mondsteine liegen hier. Auch Hans Sterns einzigartige Sammlung an Turmalinen ist ausgestellt. Klein und prächtig sind die kupferhaltigen Steine aus der „Mina da Bathalha“ im brasilianischen Bundesstaat Paraíba. Diese türkisgrünen Farben findet man sonst bei keinem anderen Edelstein der Welt. Die Exklusivität macht die seltenen Brillanten zu echten Kostbarkeiten. Sie zählen zu den teuersten der Welt. „Die Farbvariation macht den Preis. Zwar hat die Reinheit eines Diamanten einen wesentlichen Einfluss auf seinen Wert, jedoch ist das Teuerste am Edelstein die Farbe“, erklärt Hallot. „Bis man sich ähnelnde Steine findet, dauert es Jahre. In großen Steinblöcken an der Ostküste gibt es heute noch viele davon. Solch ein Turmalin kann dann sogar teurer als ein Diamant sein.“ Beeindruckend und wertvoll ist auch die hier ausgestellte Kollektion der Topázio Imperials, die ausschließlich in einer einzigen brasilianischen Mine vorkommen. Die Steine schimmern wie ein Traminer-Wein im Glas und zählen, durch ihre Farbvariationen, zu den begehrtesten Juwelen. „Was Sie hier sehen, hat einen unschätzbaren Wert. Katzenaugen, Mondsteine und Rosenquarz, eidechsengrüne Smaragde, preußischblaue Aquamarine, honigfarbene Topase, blutrote Rubine, samtviolette Amethyste in diesen Farben und dieser Vielfalt sind schwer zu finden, wie dieser Smaragd hier“, sagt Hallot und deutet auf eine Vitrine, „er gehört zur Mineralfamilie der Berylle, die wegen ihrer hoch geschätzten Edelsteinvarietäten gemeinhin als ‚Mutter der Edelsteine‘ bekannt sind. Vor allem Mrs. Stern war ein großer Fan dieser Preziosen“, erklärt Hallot und führt uns in die Werkstatt. Designer, Goldschmiede, Schmelzer, Steinsetzer und auch Polierer – hier sitzen alle Handwerker in einem Raum. Erst die Bearbeitung der bunten Edelsteine bringt Glanz und Farben voll zur Geltung. Durch Schneiden, Schleifen und Polieren bekommen die Steine Feuer und Brillanz. „Vor allem die Perfektion, mit der seine Gemmologen, Graveure, Fasser und Schleifer aus den inzwischen per Computer markierten Steinen kostbare Schätze schufen, faszinierten Hans Stern“, so Hallot.

Color & Co.

Bis es jedoch soweit ist, dass ein Edelstein in vollem Glanz erstrahlt, vergeht einige Zeit. Das Schleifen der naturbelassenen Steine erfordert enorme Präzision und ein gutes Auge. Nicht umsonst wird die Edelsteinverarbeitung als Kunsthandwerk gesehen. „Die Samen des Johannisbrotbaums gelten als Ursprung der Gewichtseinheit Karat und wurden der Überlieferung nach ausgewählt, weil ihr Gewicht ungewöhnlich einheitlich ist“, klärt Christian Hallot auf und führt uns in das hauseigene Labor. Hier wird die Karat-Zahl der Steine unter dem Mikroskop von Experten bestimmt. Weltweit gibt es nur wenige Juwelierunternehmen mit eigenem Labor. Zunächst wird dort jeder Stein genau geprüft, um dann individuell bearbeitet zu werden. „Das wichtigste bei der Bewertung eines Diamanten sind die vier C: Color, Clarity, Cut und Carat Weight. Selten und kostbar sind blaue, rosafarbene und rote Steine“, sagt Hallot. Hinter einer Glasscheibe kann man die Arbeit des Kreationsteams bestaunen. Die jungen Designer legen fest, welche finale Form der Stein je nach seiner Beschaffenheit erhalten soll. Die anschließende Polierarbeit zählt zur Meisterarbeit der Juwelierskunst, denn filigrane Fingerfertigkeit ist hier Pflicht. Bis zu zwei Monate kann es dauern, bis ein Stein seine endgültige Form hat. Eine mit Diamantenstaub besetzte Säge hilft den Schleifern bei der Arbeit. „Mit dieser Akribie und Perfektion sowie der Liebe zu den Steinen hat es Hans Stern zu einem der größten Schmuckhersteller gebracht“, sagt Hallot, und die Bewunderung für seinen einstigen Chef schwingt wieder mit. Sein Arbeitgeber macht heutzutage Milliardenumsätze mit dem exklusiven Geschmeide und behauptet sich seit Jahrzehnten auf dem Weltmarkt.

Generationswechsel im Schmuckimperium

Trotz seines großen Erfolges blieb der Firmengründer immer bescheiden. Zeit seines Lebens fuhr er deutsche Kleinwagen und wohnte mit Ehefrau Ruth nebst einer großen Briefmarkensammlung und den Söhnen Ricardo, Ronaldo und Rafael in einem kleinen Apartment in Leblon. Auch mit 83 Jahren dachte er noch nicht an den Ruhestand und kam jeden Morgen um halb neun ins Büro. Zum 50-jährigen Firmenjubiläum 1995 jedoch entschloss sich der Patriarch, seinem Sohn Roberto den Platz an der Spitze frei zu machen. Beim Generationswechsel ließ dieser keinen Stein auf dem anderen. Unter Roberto Stern setzt der Schmuckhersteller, der weltweit vor allem für seine Farbedelsteine bekannt ist, nun auf eigenes kreatives Schmuckdesign. Veredelt mit Perlen und in Verbindung mit kostbaren Metallen schmiegen sich die Stücke von H. Stern wie purer Luxus an die Haut. Mit der ansteckenden Leidenschaft für Juwelen begeistert H. Stern nicht nur Käufer auf der ganzen Welt – Hollywoodgrößen wie Angelina Jolie oder Scarlett Johansson tragen regelmäßig den Schmuck aus Rio auf dem roten Teppich. „Jedes Stück unseres Hauses hat seine eigene Geschichte, und das soll auch so bleiben“, erklärt Hallot.

Faszination in Handarbeit

Frank Jürgen und Sabine Schupp
Frank Jürgen und Sabine Schupp
Er zählt weltweit zu den erstklassigen Lieferanten hochwertigster Juwelen und luxuriöser Kreationen, seine Edelsteine sind von atemberaubender Schönheit, sein Schmuck ist sagenhaft – Frank Jürgen Schupp, Inhaber von Rudolf Schupp Edelsteine und Schmuck in Pforzheim und Sachverständiger für Diamanten, Farbedelsteine, Perlen und Edelmetalle, versteht das hochkarätige Kunsthandwerk wie kein zweiter in Deutschland. Was seine Faszination für die funkelnden Preziosen ausmacht, erfuhr Top Magazin Frankfurt im Gespräch mit dem Besitzer einer der ältesten Edelstein- Manufakturen Europas.

Woher kommt Ihre Faszination für Edelsteine?
Meine Frau Sabine und ich führen das Unternehmen jetzt in der 10. Generation, da wächst man schon in der Kinderstube mit Edelsteinen auf. In unserer Familie wurde aber niemand in diesen Beruf gedrängt. Ich möchte aber gar nichts anderes mehr machen, das ist mein Leben.

Und was genau fasziniert Sie daran?
Meine Begeisterung kommt überwiegend dadurch, dass die Farbe der Steine über Jahrmillionen hinweg konserviert wurde. Ein völlig gleiches Paar wird man nur schwer finden. Das Teuerste am Edelstein ist daher nicht die Reinheit, sondern die Farbe.

Welcher Stein zählt zu Ihren Favoriten?
Eindeutig der Saphir. Es ist ein sehr männlicher Edelstein, der auf mich eine bestimmte Faszination ausübt, besonders was die Farbe betrifft, denn im Licht ändert sich sein warmes Dunkelblau in ein Violett. Der Saphir war einst Königen und Kaisern vorbehalten. Auch Cleopatra besaß einen solchen Stein. Ich persönlich trage einen um den Hals, einen am Ringfinger und habe einen in meiner Tasche. Ich messe den Steinen keine Bedeutung zu, aber trage vorsichtshalber immer einen bei mir.

Was unterscheidet das Unternehmen Rudolf Schupp Edelsteine und Schmuck von anderen?
Wir sind seit 270 Jahren im Geschäft, es gibt in Deutschland kaum ein Familienunternehmen, das länger in der Schmuckbranche tätig ist. Bei uns ist dazu alles Handarbeit. Wir haben Werkzeuge, die schon 200 Jahre alt, aber immer noch gut und in Betrieb sind. Die haben meine Vorfahren auch alle selbst hergestellt. Denn die Qualität muss besser sein als bei den anderen.

Ihr Unternehmen besitzt sogar eine eigene Mine, in denen Edelsteine gefördert werden. Wie kommt es dazu?
Das ist die Mine Marta Rocha – Santa Maria de Itabira in Brasilien. Einer meiner Vorfahren wanderte dorthin aus. Als mein Ur-Opa ihn dort besuchte, lehnte er an einer Hütte und betrachtete die Gegend. Dabei fiel ihm ein grünblauer Stein auf, der auf einem Acker lag – ein Aquamarin. Das war der Grundstock für unsere Geschäfte. Und daher rührt auch die jahrelange Freundschaft zwischen meinem Opa Emil und Hans Stern.

Welche berühmten Steine gefallen Ihnen?
Den Hope-Diamanten mag ich nicht wegen seiner unheilvollen Geschichte. Es ist gut, dass er jetzt in einem Museum liegt, denn alle seine Besitzer sind keines natürlichen Todes gestorben. Aber der Blaue Wittelsbacher, der ja jetzt Wittelsbacher-Graff heißt, übt eine besondere Faszination auf mich aus. Dafür würde ich schon etwas geben, aber kaufen wollte ich ihn nicht.

Mit welchem Edelstein kann man Frauen am besten beeindrucken?
Der Rubin ist ein Stein, der die Frauen schon seit tausenden Jahren begeistert. Auch meiner Frau gefällt er sehr gut. Durch sein strahlendes, tiefes Rot ist er dazu extrem attraktiv und man sagt, er sei erotisch. Aber natürlich kann man auch mit Diamanten und Brillanten die Damenwelt verführen.