Der Brite Tim Burton dürfte den meisten Auto-Liebhabern unter dem Namen „Shmee150“ bekannt sein. Denn so heißt nicht nur sein erfolgreicher YouTube-Kanal, sondern auch sein Instagram-Profil, dem mittlerweile über eine Millionen Menschen folgen. Über die sozialen Medien teilt der 30-jährige Brite seine Passion für Supercars – luxuriöse Sportwagen, die auf enorme Leistungen ausgelegt sind.

Er nennt nicht nur selbst zahlreiche erstklassige Gefährte sein Eigen: Als einer der berühmtesten Carspotter ist er der erste, wenn es darum geht, die neuesten Luxus-Karossen abzulichten – dafür reist er rund um die Welt. Mittlerweile ist er so bekannt, dass ihn die namhaftesten Automobilhersteller ihre neuesten Modelle Probe fahren lassen.

Auch die IAA in Frankfurt ließ sich Burton natürlich nicht entgehen. Dort haben wir den Social-Media-Star zum Interview getroffen und mit ihm über die Anfänge seiner Leidenschaft, seinen unerwarteten Erfolg und seine persönlichen Fahrzeug-Highlights gesprochen.

Sie besitzen zahlreiche Autos. Welches war denn Ihr erstes?

Das war ein süßer kleiner Renault Clio. Mit dem habe ich meinen ersten Roadtrip in die französischen Alpen gemacht. Leider besitze ich ihn nicht mehr. Aber wenn ich ihn heute noch einmal sehen würde – ich würde ihn sofort kaufen.

Wann haben Sie mit dem Car-Spotting angefangen?

Das begann schon, als ich noch ein kleines Kind war. Auf langen Autofahrten mit meinem Vater hat er mich immer gefragt: „Was ist das für ein Auto, an dem wir gerade vorbeigefahren sind?“ Auch mein Großvater war begeistert von Autos. Und ich hatte einen älteren Cousin, der im Süden Europas Supercar-Rallys gefahren ist.

Ich habe es geliebt, seine Abenteuer zu verfolgen. Man könnte also sagen, schon in diesem jungen Alter habe ich mit dem Carspotting begonnen. 2008 habe ich dann das erste Mal Fotos von Autos im Internet gepostet, das ist jetzt also fast ein Jahrzehnt her. Damals hatte noch nicht jedes Mobiltelefon eine Kamera und das war lange bevor die Social Media Plattformen solch eine Relevanz wie heute hatten – Facebook war da gerade erst vorgestellt worden. Mit der Entwicklung der sozialen Medien hat sich auch meine Tätigkeit stark weiterentwickelt.

Haben Sie jemals erwartet, dass Sie so erfolgreich werden würden?

Absolut nicht. Ich erinnere mich noch, dass ich super aufgeregt war, als mein erstes Video zehn Aufrufe hatte. Damals habe ich solche Dinge vorwiegend für Freunde und Familie online gestellt. Ich habe gar nicht damit gerechnet, dass noch andere Leute die Videos entdecken könnten.

Mittlerweile benutzt aber fast jeder Youtube oder Instagram und das bedeutet, dass mit der Nutzung auch meine Zuschauerzahlen stetig gewachsen sind. Ich hätte mir aber in meinen wildesten Träumen nicht vorstellen können, dass aus meiner Leidenschaft, Fotos von Autos im Internet zu veröffentlichen, etwas so Großes werden könnte und so viele Leute meine Reise mitverfolgen.

Jetzt, wo Sie eine solch große Fangemeinde haben – ist Car-Spotting für Sie immer noch ein Hobby oder mittlerweile eher ein Job?

Ich finde es für mich persönlich sehr wichtig, dass es ein Hobby bleibt. Die Begeisterung für die Autos und die Fahrten müssen einfach da sein. Ganz offensichtlich hat sich etwas verändert – wir sind mittlerweile ein Team aus mehreren Leuten, es ist zum Business geworden. Und es gibt so viele Menschen da draußen, die sich das ansehen, was wir tun. Bei einem so großen Publikum will man natürlich alles richtigmachen, allen gerecht werden und das Beste geben, was man geben kann.

Was, glauben Sie, ist der Grund für die Popularität Ihrer Social Media-Kanäle? Was fasziniert Ihre Zuschauer so daran?

Ich glaube, der Hauptgrund dafür ist, dass es echt ist. Ich arbeite sehr hart dafür, dass meine Zuschauer meine Erfahrungen und Stories aus erster Hand erfahren – als ob ich sie mit meinen Freunden teilen würde. Und ich hoffe, so fühlt es sich auch für mein Publikum an.

Ich will, dass sie das Gefühl haben: „Ich bin gerade hier“ – so fühlt sich das Auto an, so hört sich das Motorengeräusch an. Als wären sie selbst mit dabei. Ich glaube, das ist das Tolle: Dass die Zuschauer ein Teil dieser Erfahrung sein können, ohne tatsächlich vor Ort zu sein. Und natürlich die Kontinuität des Ganzen – es gibt immer etwas Neues zu sehen.

Welches der Autos in Ihrem Besitz ist Ihr Lieblings-Auto?

Das ist eine schwere Aufgabe, mich zwischen meinen Autos entscheiden zu müssen. Eine Sache, die ich gelernt habe, ist jedenfalls, dass man für unterschiedliche Aktivitäten und Umgebungen auch unterschiedliche Fahrzeuge fahren muss. Zum Beispiel ist ein McLaren 675LT unglaublich schnell, man fühlt sich wahnsinnig verbunden mit dem Auto.

Aber es ist viel geeigneter für eine Rennstrecke als für einen Shoppingtrip. Auf der Straße fahre ich gerne einen Aston Martin Vantage GT8, der eine gute Balance hat: Ein tolles Fahrerlebnis, aber auch nicht zu schnell. Das macht ihn zum perfekten Auto für einen Roadtrip oder einen Ausflug.

Fahren Sie denn gerne schnell?

Am richtigen Ort: ja. Ich habe aber noch nie einen Strafzettel fürs Rasen oder Ähnliches bekommen, falls Sie darauf anspielen. Da kann ich Ihnen leider nichts Spannendes berichten. Ich muss aber zugeben: Die Autobahnen in Deutschland sind schon etwas Tolles!

Wo fahren Sie am liebsten?

Ich liebe es, neue Plätze zu erkunden. Wenn ich zum Beispiel umherfahre und auf der Karte plötzlich eine kurvige Straße sehe, dann freue ich mich und folge ihr, um zu sehen, wie es sich dort fahren lässt und was dort auf mich wartet. Es kann toll sein, eine Straße zu entdecken, die man zuvor gar nicht kannte.

Außerdem bin ich ein Fan von Italien und Südfrankreich, dort fahre ich unglaublich gerne. Eigentlich spielt das Abenteuer für mich die größte Rolle und natürlich sollten auch die äußeren Faktoren passen – welches Auto man gerade fährt, wie die Umgebung aussieht, ob Freunde mit dabei sind… das Gesamtpaket muss stimmen.

Was ist Ihr Traum-Auto?

Ohne Preisrahmen? Von den Autos, die ich bisher fahren durfte, müsste es der Ferrari F50 sein. Da hat einfach alles gestimmt: Die Kombination aus einem Motorsport-Motor, dem V12-Zylinder und dem manuellen Formel 1-Getriebe und, dass man das Dach ausfahren kann – einfach das komplette Fahrerlebnis. Generell finde ich aber, dass wir uns derzeit einer Zukunft voller fantastischer Fahrzeuge nähern.

Man denke an den Aston Martin Valkyrie. Viele Automobil-Manufakturen arbeiten momentan an Projekten, bei denen neue Grenzen ausgetestet werden. Sie bringen Technologien und Entwicklungen aus dem Motorsport in Autos, die wir im Alltag fahren können. Ich finde, wir befinden uns in einer sehr spannenden Ära des Automobils: Man kann solche außergewöhnlichen Autos mittlerweile auf unseren Straßen sehen.

Ich würde daher sagen, mein absolutes Traum-Auto ist dieses Konzept des wahren Motorsport-und Rennfahr-Erlebnisses, so nah wie man in einem Auto für den alltäglichen Gebrauch an dieses eben herankommt.

Wer ist der Star der IAA?

Der Star der Show ist natürlich zweifelsohne der Mercedes Project One. Ein Auto, das ich aber ganz besonders toll finde, ist der Ferrari Portofino. Ich bin bereits die Vorgänger-Modelle California und California T gefahren und das waren schon tolle Autos. Der Portofino ist jetzt aber noch einmal eine Nummer für sich – der sticht wirklich heraus.

Das Interview führte Johanna Müdicken


Shmee150 - Living the Supercar Dream
Shmee150 – Living the Supercar Dream

Mit auf eine Reise durch die Welt der luxuriösesten Supercars nimmt Tim Burton alias Shmee150 seine Leser im reich bebilderten Buch „Living the Supercar Dream – 76 Cars, 14 Countries and 1 Dream.“ Auf einer Tour rund um den Globus stattet er den spektakulärsten Locations einen Besuch ab.

Natürlich immer mit dabei: Ein luxuriöses Supercar als Wegbegleiter. So geht es im Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport Vitesse quer durch Deutschland, im Porsche Cayman GT4 über die engen Serpentinen der Alpen oder mit dem McLaren 675LT in rasanter Mission bis nach Portugal.


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