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Marbella: Lässiger Luxus für Beach Gourmets an der Costa del Sol

Champagner in der prallen Sonne oder Seezunge im Schatten alter Olivenbäume? Marbella feiert gerne laut, doch der wahre Luxus der Costa del Sol flüstert. Jenseits von Posing und grellem Bling-Bling am Yachthafen verbergen sich exklusive Oasen, historische Jetset-Resorts und rustikale Chiringuitos mit authentischer Spitzenküche. Ein Wegweiser für Strandgourmets, die feinsinnige Eleganz dem vulgären Protz vorziehen. (Von Ludwig Fienhold, Fotos: Barbara Fienhold)

Daydrinking war in Marbella schon immer an der Tagesordnung. Nach wie vor gilt: Wenn Marbella feiert, ist die ganze Costa del Sol betrunken. Im neuen Beach Club Sublim etwa steht der 400 Euro teure Champagner im Eiskühler in der prallen Sonne und wird schnell zur lauwarmen Brühe. Den Gästen scheint das egal, Hauptsache Posing und ein paar Selfies für die Freunde zu Hause. Der hämmernde Beat heizt alles noch mehr an. Ganz anders im unweiten Beach Club des Luxushotels Finca Cortesin, wo man zum federnden Lounge Sound feinen Fisch und delikate Pasta genießt. Man findet im Trubel noch Oasen.

Finca Cortesin: Ein Hideaway der Extraklasse

Elegante Lobby der Finca Cortesin mit andalusischer Architektur, großen Fenstern und antiken Details.
Alhambra-Romantik und dezenter Luxus in der Finca Cortesin.

Die Finca Cortesin ist eines der schönsten Hideaways in ganz Spanien und eines der exklusivsten Hotels der Welt. Es gibt gleich drei große Salzwasser-Pools (30-50 m), einer ist ausschließlich für Erwachsene reserviert. Höchsten Luxus erlebt man auch bei den exquisit ausgestatteten 67 Suiten, die mit vier Meter hohen Decken und Veranda das Licht der Sonnenküste einfangen (1.170 – 2.717 €). Die 215 Hektar große Hotelanlage ist fünfmal so groß wie das Frankfurter Waldstadion, neben dem Hotel gehören ein Profi-Golfplatz und einige Villen dazu, die zum Verkauf stehen.

Ein Madrider Familienunternehmen (Bau und Real Estate) investierte 350 Millionen in das stattliche Anwesen. Es erhebt sich in würdevoller Schönheit auf einer Anhöhe mit Blick aufs ferne Meer, wie ein weißes andalusisches Dorf mit traditioneller Architektur, ausgesuchten Antiquitäten und alten Steinböden, die aus Kirchen und Klöstern stammen. Alhambra-Romantik und dezenter Luxus, die das Herz wärmen und die Sinne beleben. Der deutsche General Manager René Zimmer hat das Luxus-Resort in 16 Jahren zu einem der führenden Resorts in Europa aufgebaut.

Großer, von Palmen gesäumter Salzwasser-Pool der Finca Cortesin vor der bergigen andalusischen Landschaft.
Einer von drei imposanten Salzwasser-Pools im weitläufigen Areal der Finca Cortesin.

Exquisite Aromen im Gartenreich

Ein absolutes Highlight ist die Gastronomie der Finca Cortesin: Das Restaurant Rei, das asiatische und mediterrane Aromen delikat verschmelzen lässt, und das traumhafte Jardin de Lutz gehören zu den besten und stilvollsten Restaurants der gesamten Costa del Sol. Entspannte Atmosphäre und lässiger Chic treffen auf eine hohe Tischkultur. Ein Tisch ist aber erst dann gedeckt, wenn eine gute Flasche darauf steht, die Gran Reserva Lustros von der Bodega Gramona zeigt, wie hervorragend Cava sein kann. Der aus Aachen stammende Lutz Bösing führt gut gelaunt sein Gartenreich, in dem die Gäste unter Olivenbäumen eine fabelhafte Aromenküche genießen können.

Signature Dishes und hohe Tischkultur

Saftig auf der Haut gebratener Adler-Barsch mit Artischocken-Salat in duftiger Oloroso-Sherry Vinaigrette, gebratenes und ausgelöstes Spanferkel aus dem Ofen in Rosmarinhonig-Sauce und weiße Mandel-Gazpacho mit Kokos, roten Garnelen und Mango zählen zu den Signature Dishes. Die Seezunge ist so perfekt wie selten zu erleben, der Wild-Steinbutt ein besonders pralles Stück Lebensfreude. Auch ein kleines Gericht hat es geschafft, sich unvergesslich zu machen – der Bullshot, ein gerolltes Angus Beef Carpaccio mit Avocado, Haselnüssen, Koriander und Parmesan in einem flirrend süffigen Sud. Ein adretter und bestens geschulter Service, der obendrein durch eine sonst nicht allzu oft auftretende Freundlichkeit und gute Manieren auffällt, erhöht die Stimmung. Luxus ohne Esprit und Flair ist vulgärer Protz. Die Finca Cortesin ist so feinsinnig, dass niemand auf die Idee käme, in Badeschlappen an die Rezeption zu latschen.

Exklusive Suite in der Finca Cortesin mit klassischen Möbeln, deckenhohen Fenstern und Veranda.
Höchster Luxus in den Suiten der Finca Cortesin.

Kulinarische Entdeckungen in der Altstadt

Die Altstadt von Marbella hat noch viel von ihrem Zauber erhalten können. Man verirrt sich schnell in dieser Ansichtskartenschönheit, aber wo man auch landet, entdeckt man ein hübsches Lokal oder ein Fotomotiv.

Blick von oben auf die belebte Plaza de las Flores in der Altstadt von Marbella mit Springbrunnen, bunten Blumen und weißen Häusern.
Andalusischer Charme in voller Blüte auf der Plaza de las Flores, dem pulsierenden Herzen von Marbellas malerischer Altstadt.

Tapas und Wein am Orangenplatz

Die Plaza de los Naranjos, der Orangenplatz, ist der magnetisch anziehende Ausgangspunkt für alle Erkundungen durch die vielen Gassen, die man ohne Navigation gleich mehrfach wie einen Irrgarten durchstreifen wird. Es sollte vor allem ein Ziel geben: Die Taberna Casa Curro und das daneben liegende und von der gleichen Familie betriebene La Tienda. Besser kann man das alte und neue Marbella nicht erleben! Beide Lokale sind immer rappelvoll, aber in der Taberna muss man ohne Reservierung sein Glück finden. Dort gibt es großartigen Käse, würzige Chorizo, Bellota Schinken und traditionelle Gerichte à la Lomo de Orza, gut gewürzte marinierte Schweinelende aus dem Tontopf.

Blick in eine enge weiße Gasse in der Altstadt von Marbella mit dem runden schwarzen Schild der Taberna Casa Curro.
Ein Hotspot für Kenner in den Gassen der Altstadt: die Taberna Casa Curro.

Die Tienda ist eine sehr gelungene Mischung aus gut sortierter Weinbar und lebhaftem Tapaslokal, wie sie immer mehr zum Trend wird. Die Gäste sitzen an Hochtischen vor der Küchentheke, der flinke Service serviert heitere Delikatessen, die ständig Lust erzeugen, obwohl zwei ausreichend wären: Lobster Brioche mit Forellenkaviar, Kartoffelsalat mit geräuchertem Aal, Anchovis vom Meeresfrüchte-Mekka Santoña mit einem Schuss Vermouth aus der Pipette sowie einen göttlichen Cheesecake aus Ziegenmilch von Malaga. Man wird auch glücklich mit einer kleinen Käseauswahl von drei Sorten von Raul Villabrille aus Asturien und einem Wein-Tasting mit drei verschiedenen Weinen (zusammen 40 €).

Kreative Finesse abseits des Strandes

Aufgeschnittenes, saftiges Fleisch vom schwarzen Kastanien-Schwein mit einer feinen Kruste auf einem weißen Teller.
Schwarzes Kastanien-Schwein im Back.

Auf der anderen Seite der Avenida Ricardo Soriana, die das historische Zentrum vom Strandgebiet trennt, hält sich das kreativste Restaurant Marbellas versteckt. Im Back werden die Teller so fantasievoll und appetitlich angerichtet wie nirgendwo. Ein grandioser Klassiker ist das schwarze Kastanien-Schwein aus dem kupferfarbenen Genal-Tal in der Serranía de Ronda. Das zart-saftige Fleisch wird mit einer leicht süßlichen Kruste aus Schinken und gelber Paprika glasiert und von einer famosen Sauce begleitet. Man muss kein Menü bestellen, um die Finessen auskosten zu können, à la carte gibt es auch Verfeinerungen spanischer Küche von der Klasse eines marinierten Rebhuhns mit Foie Gras und Pistazie. Sehr gute Weinkarte, auch preiswerte Qualitäten wie den frischen und animierenden Cava von Pedregosa.

Marbella Club: Die Wiege des Jetsets

Elegant gedeckte Tische im romantischen Garten des Grill-Restaurants im Marbella Club unter üppigen Bäumen und sanftem Licht.
Das Grill-Restaurant im Marbella Club.

Der Marbella Club ist der Geburtsort des einstigen Jetset-Zentrums von Europa. Es ist alles nicht mehr so glamourös, aber immer noch stylish und charming. Die weit gefächerte Hotelanlage hat viele schöne Ecken, doch der prächtige Garten entfaltet eine schon mystische Aura. Ob Palmen, Orangen-, Zitronen- und Olivenbäume, riesige Kiefern oder Orchideen, Hibiskus, Sternjasmin und expressiv farbige Bougainvilleas, hier scheint alles imposant zu wachsen, was die Natur an Schönheiten hergibt. Die ausladenden Trompetenbäume wirken berauschend, während die Dama de Noche ihren intensiven Wohlgeruch nur in der Nacht entfaltet. Der Garten setzt eine Wolke an aphrodisiakischen Düften frei.

Kerzenschein und argentinische Grillkunst

Mitten in diesem Blütenmeer verzaubert abends das mit Hunderten von Kerzen illuminierte Grill-Restaurant die Gäste. Als das Lokal 1962 eröffnet wurde, war es kaum mehr als ein rustikales Landhäuschen mit Balkenromantik und gerade einmal 14 Plätzen. Den Gästen wurde hervorragendes Fleisch geboten, zubereitet von einem argentinischen Grillchef, den der Gründer des Marbella Clubs, Prinz Alfonso von Hohenlohe, im Ritz in Madrid entdeckt hatte. Es ist ein schöner Zufall der Geschichte, dass dessen Sohn Juan Gálvez auch wieder Küchenchef im Grill-Restaurant ist. Es hat sich vielleicht nicht allzu viel geändert, aber bei den Preisen spürt man die Neuzeit: Das exzellente Chateaubriand mit hervorragender Sauce Béarnaise und Grillgemüse kostet 94 Euro.

Der Rolls-Royce unter den Servierwagen

Das 1954 von Prinz Alfonso von Hohenlohe gegründete Hotel war viele Jahre der Hotspot der High Society, versank aber auch nach seinem Tod trotz mangelnder Glamourpräsenz nie ganz in der Versenkung. Längst gibt es auch wieder den Champagne Room, der etwas vom alten Flair zurückbringt. Nicht nur die optisch raffiniert mit Elementen von Art Deco und Jugendstil gestaltete Bar versetzt in perlende Laune, auch die Auswahl an Champagner und Cava, von denen viele glasweise zu bekommen sind. Bemerkenswert ist der Rolls-Royce unter den Servierwagen, ein Trolley von Krug aus Edelholz mit eisgekühlten Gläsern. Man zeigt sich in jedem Winkel stilvoll, auch auf der Toilette, wo echte Orchideen Wohlgeruch verbreiten.

Conde Rudi: Der Sonnenkönig von Marbella

Conde Rudi im eleganten blauen Sakko, heller Hose und Strohhut stehend vor einem klassischen Interieur im Marbella Club.
Conde Rudi: die gute Seele des Marbella Clubs.

Das Gästebuch des Marbella Clubs ist ein Who is Who, kaum ein Schauspieler, Sänger oder Aristokrat, der nicht schon dort logierte. Dass die exklusive Clubatmosphäre bis heute geblieben ist, darf man Rudolf Graf von Schönburg zuschreiben, der den Marbella Club von Beginn an führte. Heute ist Conde Rudi, wie man ihn immer noch gerne kurz und freundschaftlich nennt, zwar nicht mehr als General Manager aktiv, doch nach wie vor die gute Seele des Hauses. Wenn der 93-Jährige mit neugierig gebliebenem Blick und Strohhut durch den Garten schlendert, dann spürt man, wie tief Conde Rudi in diesem Club und seinem Garten verwurzelt ist. Im Grunde ist er der wahre Sonnenkönig von Marbella, hält Hof im Champagne Room, tafelt mit interessanten Gästen aus aller Welt im Grill und erweist sich im Gespräch als Lexikograf.

Als der Luxus noch ein Telefon war

„Früher wären Sie hier so nicht hereingelassen worden“, tadelt er mich bei der Begrüßung mit Blick auf Leinenjacke und Jeans. Bei einem gemeinsamen Essen im Grill-Restaurant erinnert sich Conde Rudi an die alten Zeiten. Kaum vorstellbar, aber anfangs signalisierte nicht der Umfang der Weinkarte oder die Größe der Zimmer den Luxus, sondern ein eigenes Telefon an der Rezeption, das auch die Gäste benutzen konnten, weil sie keines auf dem Zimmer hatten.

Der erste Discjockey von Marbella

Conde Rudi, Markenzeichen verschmitzter Blick, kräftiger Händedruck, scheint „gloriously unstoppable“. Erst durch ihn werden Szenen lebendig, die man nie miterlebt hat. Die Gäste waren oft in Feierlaune, Conde Rudi freut sich noch heute daran, wie Gunther Sachs, Brigitte Bardot und Prinz Alfonso Flamenco im Champagne Room tanzten. Conde Rudi legte seinerzeit noch selbst die Platten auf und war damit auch so etwas wie der erste Discjockey von Marbella. In jenen Tagen konnte man den Marbella Club nur mit Vollpension buchen, zumal keine anderen Restaurants existierten – eine Nacht für 285 Pesetas inklusive, knapp vier Deutsche Mark. Heute liegen die Preise für eine Übernachtung zwischen 1.000 und 3.000 Euro, in den Suiten und Villen bewegen sie sich bis 7.000 Euro. Conde Rudi wohnte in den Anfangsjahren in der Garage des Marbella Clubs und kam nie vor 1 Uhr nachts ins Bett. Trotz Champagne Bar gehen die Gäste heute früher schlafen.

Puerto Banús und die legendären Chiringuitos

Immer unruhig ist es am Yachthafen von Puerto, wo jeder auf den ganz besonderen Moment zu warten scheint, der aber einfach nicht kommen will. Man sieht eine Armada an grellen Automobilen, mehr Ferraris, Lamborghinis, Porsches und Bentleys gibt es nirgendwo an der Costa del Sol. Unter den vielen Yachten stehen nicht wenige zum Verkauf, man kann sie auch mieten oder als Partyboot nutzen. Die Geschäfte bieten so ziemlich alle weltbekannten Nobelmarken.

Ein roter Lamborghini parkt im Hafen von Puerto Banús direkt vor großen weißen Luxusyachten vor der Kulisse der Berge.
Luxus-Karossen und Yachten im Hafen von Puerto Banús.

Doch der wahre Glanz von einst ist verflogen. Früher sah man Sean Connery und andere Stars lässig entlangschlendern, nutzten viele Prominente das Pflaster als Laufsteg. Heute klappern Flip-Flops die Hafenpromenade entlang, während andere versuchen, mit Bling Bling zu blenden. Irgendwie hat man das Gefühl, ständig Familien wie den Geissens zu begegnen. Vor allem Engländer und Deutsche halten die Restaurants, Bars und Cafés besetzt. Es gibt mehr Pizza, Steaks, Sushi und andere austauschbare Angebote als individuelle Lokale und Plätze mit einem schönen Ambiente. Puerto Banús war noch nie für kulinarische Offenbarungen bekannt, aber es hatte einen gewissen Erlebniswert.

Edler Hüttenzauber am Strand

Frische Sardinen werden traditionell an Holzspießen in einem mit Sand gefüllten Boot über offenem Feuer am Strand gegrillt.
Frische Sardinen vom Spieß: eine Spezialität der Chiringuitos.

Chiringuitos sind Spaniens einzigartiger Hüttenzauber. In diesen Bretterbuden mit struppigem Palmendach am Strand werden Sardinen am Spieß, aber auch Hummer und Champagner serviert. Oft jedenfalls überraschend gutes und authentisches Essen. Inzwischen haben auch die Luxushotels das Potenzial dieser Kultstätten erkannt. Der Marbella Club will auch mit seiner neuen Strandbar MC Beach glänzen und hat diese sehr edel maritim gestaltet und direkt ans Meer gesetzt. Es ist viel Champagner zu haben, zwischen 145 bis 880 € die Flasche, für den Weltklasse Champagner Salon muss man 2.320 € bezahlen. Es wird gut und teuer getrunken, das Glas Sangria für 22 € kommt eher beim Lunch zum Einsatz. Hummer, Carabineros und Langostinos sind trotz der hohen Preise gefragt, für zurückhaltende Gäste warten Fish & Chips für 40 €. Der Service ist überaus zuvorkommend, sprachgewandt und so engagiert, wie man das an der Costa del Sol nicht oft erlebt.

Der Eingang zur eleganten Strandbar MC Beach direkt am Meer mit weißen Sonnenschirmen, Sand und blauem Himmel.
Die neue Strandbar MC Beach glänzt im edlen maritimen Design.

Es braucht nur Meerblick, blitzweiße Tischdecken und blauen Himmel, um in Feierlaune zu kommen. Das wie ein schicker Strandclub wirkende Restaurant Sea Grill im Hotel Puente Romano ist jedenfalls die richtige Kulisse für alle, die auch bei hellem Licht betrachtet gut aussehen. Wer glaubt, in der nur wenige Schritte entfernt liegenden Chiringuito des Hotels ginge es preiswerter zu, wird überrascht sein. Man lässt sich die muntere Atmosphäre bezahlen, denn die Gäste genießen es, mal ganz ohne Dress-Stress die Füße in den Sand zu strecken. Bei Wagyu Burger und prallem Tuna Filet vom Grill geht es kulinarisch durchaus anspruchsvoll zu, doch seit der Kooperation mit dem italienischen Modehaus Fendi ist alles noch teurer geworden, wobei man die Kooperation vor allem an den neu dekorierten Sonnenliegen merkt. Stylish ging es hier abends sowieso schon immer zu, wenn sich Chiringuito und Beach in ein von Fackeln und Glitzerlicht illuminiertes tanzendes Meer verwandeln.

Rustikaler Genuss mit Raucharoma

Solche Chiringuitos sind kosmetisch geschminkte Varianten der ursprünglich rustikalen Strandlokale. Wer es authentisch und dennoch nicht anspruchslos mag, wird sich in der Chiringuito Torre Velerin wohler fühlen. Das kräftige Raucharoma vom Fisch am Spieß vor der Tür weist geschmacklich den Weg: Hier wird ordentlich auf den Grill gelegt. Es geht sehr salopp zu, viele sonnen noch auf ihren Strandliegen, während gleich dahinter die Gäste schon bei heißen Gambas Pil-Pil und gut gekühltem Verdejo Navesur aus Rueda sitzen. Wie in den meisten Chiringuitos schwanken die Leistungen ein wenig, vor allem der Service kann etwas launisch sein und erinnert an die brummigen Kellner in Frankfurter Apfelweinlokalen.

Eine perfekt gebratene ganze Seezunge auf einem silbernen Teller vor einem Weinglas, im Hintergrund der Strand.
Seezunge im Chiringuito Kala Kalua.

Los Sardinales in El Rosario gilt bei vielen als die beste und am schönsten Strand gelegene Chiringuito von Marbella. Pulpo, Gambas, Steinbutt, Seezunge und Dorade gibt es in besserer Qualität als bei den meisten anderen Strandlokalen. Die gute Lage verpflichtet, das Strandhotel Los Monteros sowie das gleichnamige Luxusviertel, wo Promis wie Antonio Banderas zu Hause sind, befinden sich in der Nähe.

Die Chiringuito Kala Kalua in San Pedro ist etwas launisch in den Leistungen, aber die Seezunge ist stets eine Empfehlung. Man sitzt direkt am Strand, am frühen Abend bekommt man eher einen Tisch, die Spanier essen gerne später als der Rest der Welt. Eine Mischung aus Chiringuito und Strandbar mit Liegeplätzen ist das äußerst beliebte Sonora Beach in Estepona. Dekorative Terrasse, Hippie-Flair, schöner Sound, am Wochenende Live-Musik.

Geheimtipps rund um Estepona und San Pedro

Marbella, die Golden Mile und die New Golden Mile ziehen sich immer mehr in die Länge und reichen bis Estepona, ein Örtchen wie aus dem andalusischen Bilderbuch. Die Altstadt ist mindestens genauso malerisch und sehenswert wie die von Marbella. Auf der autofreien Strandpromenade lässt es sich weiträumig flanieren, vom großartigen italienischen Eiscafé Da Vinci bis hin zu Paco, der besten Chiringuito des Ortes, wo man frischen Fisch und einen hervorragenden saftigen Tuna mit rosa Kern vom Grill genießen kann. Der schöne Strand mag ebenfalls lebhaft sein, doch findet sich immer eine ruhige Ecke.

Wein-Entdeckungen und feine Tapas

Ein auffallend schöner Flecken an der Costa del Sol ist San Pedro de Alcántara, der zum Großraum Marbella gehört. Die Strände zählen zu den attraktivsten der Küste, die Promenade ist eindrucksvoll und gepflegt, selbst die Mülltonnen wurden hübsch gestaltet. Treffpunkt für alle Gelegenheiten ist der bunte Kiosco Kalima Beach, wo man frühstücken kann und an lustigen Cocktails nuckelt, vor allem aber eine nette Stimmung an der Strandpromenade erleben kann.

Die bunte, offene Bar Kiosco Kalima Beach an der gepflegten Strandpromenade, umgeben von Palmen und Gästen an Tischen.
Der Kiosco Kalima Beach in San Pedro: Treffpunkt für jede Gelegenheit.

Ein Lokal wie G-Wine gibt es an der ganzen Costa del Sol nicht, so viele Entdeckungen an Wein und Cava vermag kaum jemand zu bieten, vor allem nicht zu so fairen Preisen. Auf der Weinkarte stehen über 120 verschiedene Positionen, allein 20 by the glass. Lokale und regionale Weine aus Ronda, Malaga oder Huelva sollte man bevorzugen, weil man diese außerhalb Andalusiens kaum bekommt. Dazu gibt es schöne Tapas, pfiffig, würzig, freudvoll, ob modern oder klassisch.

Das Lokal und all die anderen nebenan fallen auf den ersten Blick vielleicht nicht auf, doch die Avenida del Mar Mediterráneo ist so etwas wie die Frankfurter Freßgass aus guten Zeiten, wo man viel Schickes und Schönes entlangspazieren sah. Überhaupt nicht extravagant, sondern schlicht und authentisch ist die Bodega San Pedro, in der gute Tapas und ordentlicher Wein zu Preisen an den Tisch kommen, wie sonst kaum noch.

Versteckte Adressen für Kenner

Gute Adressen liegen oft versteckt, gerade Weinläden findet man abseits der Discounter nur durch Kenntnis. Wer nicht auf Hotels und Restaurants und deren Preise angewiesen sein will, sollte sich zeitig orientieren. Bacus in Cancelada ist ein individuelles und gut sortiertes Geschäft, in dem José Perez und Sergio Vergara persönlich beraten. Die beiden waren als Sommeliers im Las Dunas tätig, einst die allerbeste kulinarische Adresse an der Sonnenküste, der Winkler-Schüler und damalige Küchenchef Peter Knogl hat sich inzwischen im Cheval Blanc in Basel drei Sterne im Michelin verdient.

Gleich um die Ecke von Bacus entdeckt man das kleine, ungewöhnliche Restaurant Ikan, das der Belgier Robin Hall mit Frau und Tochter betreibt. Gerichte wie Wolfsbarsch mit Krabbenfleisch in einer Lemongrass-Kokos-Sauce sowie Thunfisch in Perfektion mit Chorizo Ratatouille sind selbst im verwöhnten Marbella nicht oft zu bekommen. Nirgendwo sieht man unter den Gästen mehr Franzosen und Belgier als dort.

Appetitlich angerichtetes Filet vom Wolfsbarsch mit grünem Spargel und Krabbenfleisch in einer gelben Lemongrass-Kokos-Sauce auf weißem Teller.
Wolfsbarsch mit Krabbenfleisch in einer Lemongrass-Kokos-Sauce.

Ein Geheimtipp ist auch die Sidrería Manolo in Nueva Andalucia, wo man so gut wie nur Einheimische antrifft. Man kann dort nicht nur sehr gut Fisch und Meeresfrüchte oder einen himmlischen Käsekuchen genießen, sondern auch süffigen Sidra vom Fass. Wer würde ein solches Apfelweinlokal schon an dieser Stelle vermuten? Aber gerade wer glaubt, Marbella zu kennen, den wird es jeden Tag wieder neu überraschen.


Marbella Inside: Exklusive Insider-Tipps für die Costa del Sol

Der wahre Puls Marbellas schlägt im Kontrast: zwischen dem Glamour der Beachclubs und der Seele der andalusischen Gassen, Märkte und Restaurants. Tipps von Kitti Pohl

Kulinarische Kontraste: Von Gourmet-Shows bis zur Tapas-Bar

Eine Hand hält mit Essstäbchen ein kunstvoll angerichtetes Stück Sushi über einem rustikalen Holzteller in der Sonne.
Der Fokus liegt auf leichter, mediterran-asiatischer Fusionsküche aus besten Zutaten.

Das kulinarische Spektrum reicht von spektakulär bis authentisch. Im Mamzel an der Goldenen Meile verschmilzt internationale Gourmetküche mit einer atemberaubenden Dinner-Show aus Musik, Tanz und Akrobatik, während das Sonora Beach mit seinem Boho-Flair und Live-Musik Charme und pure Lebensfreude versprüht. Am Strand locken das Playa Padre im Tulum-Stil, das sich nachts in eine Party-Location mit den Top-DJs der Costa del Sol verwandelt, und das stilvolle La Plage Casanis in Elviria mit seinen legendären „Sunset Rituals“.

Wer authentische Tapas und Fleisch auf höchstem Niveau sucht, wird bei der Institution Asador Guadalmina und seinem berühmten „Chuletón de buey“ fündig. Das pure Andalusien erlebt man in den Tapas-Bars der Altstadt: versteckt in der engsten Gasse liegt die Bar El Estrecho, als kultig gilt das winzige La Niña del Pisto, und für seine lebhafte Pintxo-Theke (kleine Spieße) ist die La Taberna del Pintxo bekannt. Ein echter Geheimtipp für lokalen Sherry und Ibérico-Schinken ist die winzige Weinbar Bodega La Venencia. Morgens steht man vor der Kult-Bäckerei Panadería Salvador mit den Einheimischen für das vielleicht beste Brot der Stadt und himmlische Ensaimadas (luftige Gebäckschnecken) Schlange. Den Tag beendet man mit einer kraftvollen Show im Tablao Flamenco, das seit 1962 auf unverfälschten Ausdruck setzt.

Marbellas ruhige Seite: Kunst, unberührte Strände und Märkte

Ein ruhiger, glasklarer Pool, umgeben von eleganten Sonnenliegen und weißen andalusischen Gebäuden im Nobu Hotel Marbella.
Nobu Marbella ist ein Rückzugsort, der die ikonische Küche von Nobu Matsuhisa mit minimalistischem Design und einem ganzheitlichen Wellness-Konzept zu einem Erlebnis von unaufdringlichem Luxus an der Goldenen Meile verbindet.

Marbella nährt nicht nur den Gaumen, sondern auch die Seele. Ein Spaziergang durch das ruhigere Barrio Alto der Altstadt führt zur blumengeschmückten Calle Buitrago und zu versteckten Patios. Kulturelle Tiefe abseits der Massen verspricht das Museo del Grabado Español Contemporáneo mit Werken von Picasso und Dalí.

Von der Kunst geht es direkt an die Küste, wo das Naturschutzgebiet Dunas de Artola / Playa de Cabopino als unberührtes Juwel wartet. Authentisches Flair bietet die Playa de la Bajadilla am Fischerhafen, und einen spektakulären Weitblick bis nach Gibraltar genießt man an der ruhigen Playa de Guadalmina. Das lokale Leben lässt sich am besten auf den Märkten einfangen: Sonntags lockt der Rastro de Benahavís im Bergdorf Benahavís mit Antiquitäten unter Eukalyptusbäumen, während der Mercadillo de San Pedro am Donnerstag das pure andalusische Treiben widerspiegelt. Auf Kunsthandwerk und regionale Spezialitäten setzt der elegante Sonntagsmarkt in Sotogrande.

Die Top 5 Beachclubs in Marbella

Elegante weiße Lounge-Möbel, Holztische und gemütliche Kissen im Freien unter Palmen im berühmten Nikki Beach Club.
Die globale Ikone der Day-Party: Nikki Beach ist der Ort, an dem der Sound von Live-Saxophonen und fließender Champagner den unverwechselbaren Jetset-Vibe kreieren, für den die Marke weltweit berühmt ist.
  • Ocean Club
    Die Bühne für legendäre Champagner-Partys am ikonischen Salzwasser-Pool.
    Avda. Lola Flores s/n, 29660 Nueva Andalucía, Marbella
    oceanclub.es
  • Barbillion
    Ein kulinarisches Statement am Strand, das Pariser Eleganz mit mediterranem Fine Dining vereint.
    Urb. Guadalmina Baja, C. 3, 318, 29670, Marbella
    barbillon.com/en/marbella/
  • Gala Marbella
    Die elegante Oase für exzellente Gastronomie ohne Party-Atmosphäre – ideal für anspruchsvolle Paare.
    C. Pablo Picasso, 35, 29670 San Pedro Alcántara, Marbella
  • Escondido Rooftop
    Intimer Rückzugsort für Signature-Cocktails am Infinity-Pool mit dem besten Panoramablick der Stadt.
    Auf dem Dach des Hotels Kimpton Los Monteros Marbella
    www.kimptonlosmonterosmarbella.com/en/eat-and-drink/escondido-rooftop/
  • Playa Padre
    Der Hotspot im Boho-Stil, der sich vom entspannten Strandtag nahtlos in eine Party-Nacht verwandelt.
    Calle playa del cable s/n, 29603, Marbella
    playapadre.com

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