Lang war die Pause nicht, die entstand, seit Matthias Schmidt das Restaurant im Union International Club verlassen hat. Gerade mal vier Wochen hat sein Nachfolger André Großfeld benötigt, um sein neues Konzept in der Villa Merton umzusetzen. Jetzt läuft der erste Probelauf mit ihm als neuem Pächter. Dabei hat sich einiges geändert, denn der Koch, der dafür sein Sternerestaurant „Gastraum der Sinne“ in Friedberg-Dorheim erst einmal geschlossen hat, will einen kompletten Neuanfang im Club. Neben dem Gourmetrestaurant, für das er neues Mobiliar und eine neue Ausstattung anschaffte, gibt es nun zusätzlich ein Bistro für 32 Gäste im ehemaligen Colonial Raum. Dort bietet Großfeld eine Karte mit rund 16 Gerichten einer typisch Französische Bistroküche an, vom Ceasars Salad bis zum Schnitzel. Auch einen Business-Lunch mit zwei oder drei Gängen für 31-34 Euro soll es geben.

André Großfeld (re.) führt ein Team aus acht ausgebildeten Kollegen und eine Crew von 20 Personen.
André Großfeld (re.) führt ein Team aus acht ausgebildeten Kollegen und eine Crew von 20 Personen.
„Ich koche für beide Gastronomien aus einer Küche, also mit gleicher Qualität. Beim Gourmet-Restaurant wollen wir im Vergleich zu Dorheim noch eine Schippe drauflegen, beim Bistro nehmen wir, was den Anspruch angeht, eine Schippe runter“, sagt der Koch, der einst bei Alfons Schubeck und bei Hans Haas im Tantris München arbeitete. Eine Schippe mehr ist seiner Meinung nach angebracht, um sich auch in Frankfurt wieder den Michelin-Stern zu erkochen, wo die Konkurrenz naturgemäß größer ist als in Friedberg. Einen zweiten Stern strebe er nicht an, sagt er entschieden. „Das ist logistisch nicht machbar, weil wir auch das Bistro und am Wochenende Veranstaltungen machen wollen.“

Die Villa Merton beherbergt nicht nur Gastronomie, sondern ist seit über 50 Jahren auch das Zuhause des Union International Club
Die Villa Merton beherbergt nicht nur Gastronomie, sondern ist seit über 50 Jahren auch das Zuhause des Union International Club

Eben diese Zwei-Sterne-Küche hatte das Verhältnis seines Vorgängers Schmidt zu den Clubmitgliedern kompliziert gemacht. Sie sei zu speziell für regelmäßige Restaurantbesuche gewesen und die eigens parallel geführte Karte für die Mitglieder habe wiederum die Küche belastet, war immer wieder zu hören. Diese Club-Karte hat Großfeld nun abgeschafft, schließlich bietet er ein breites Angebot in Bistro und Restaurant. Schon am Donnerstag kann er beim Neujahrsempfang des Union International Clubs mit 300 Gästen zeigen, wie er sich die Zusammenarbeit vorstellt. André Großfeld ist zuversichtlich: „Beide Seiten sind guter Dinge. Es muss sich alles einspielen, aber ich denke, spätestens in drei Wochen läuft es rund.“
Wie es mit seinem Restaurant in Dorheim weitergeht, kann er dagegen noch nicht sagen. Er sei dort sehr glücklich gewesen und habe gut davon leben können, betont er. Sehr viel ruhiger ist es dort in jedem Fall zugegangen, allein schon, weil er statt der drei weiteren Köche in Frankfurt nun acht ausgebildete Kollegen in seinem Team und eine Crew von 20 Personen zu führen hat. Auch das Familienleben mit seinem halbjährigen Sohn sei in Dorheim entspannter gewesen. Ob der den „Gastraum der Sinne“ parallel weiterbetreiben werde, kann André Großfeld noch nicht sagen. „Darüber mache ich mir ab März Gedanken, ich verhandele noch mit zwei Interessenten, die es pachten wollen.“ (sb)

Villa Merton im Union International Club
Am Leonhardsbrunn 12
60487 Frankfurt am Main
Tel.: 069-703033
www.restaurant-villa-merton.de