Edle Sakkos, Gläserklirren und gedämpftes Stimmengewirr: Im neuen Hackett Store in der Junghofstraße herrscht genau jenes Flair, das man von einem Londoner Gentleman’s Club erwartet. Mittendrin steht ein Mann, der für viele als das absolute Maß aller Dinge in Sachen Stil gilt: David Gandy.
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Er ist dieser unverschämt gutaussehende Typ, der sich 2007 in einer knappen weißen Badehose auf einem Boot vor Capri räkelte und damit über Nacht zum Weltstar wurde. Elf Millionen Klicks und 15 Meter hohe Plakate am Times Square machten ihn zur globalen Ikone von Dolce & Gabbanas „Light Blue pour Homme“. Ein Gesicht wie gemeißelt, stechend blaue Augen und eine Kinnpartie, an der man wahrscheinlich tatsächlich Glas schneiden könnte.
Vom Light-Blue-Model zum Gesicht von Hackett
Damals revolutionierte er die gesamte Branche: Während auf den Laufstegen fast nur extrem dünne Jungs zu sehen waren, brachte der Brite aus Essex die markante, muskulöse Männlichkeit zurück. Heute ist Gandy der „Host“ des Abends, das Gesicht der Hackett-Kampagne „The Journey of a Man“. Sie feiert die Idee, dass nicht das Ziel, sondern der Weg einen Mann definiert. Man schaut noch gebannt auf die großformatigen Bilder im Store, die Gandy stilsicher neben Jeeps, Kamelen oder Oldtimern zeigen – und dann steht dieses Supermodel plötzlich leibhaftig vor einem.

Gentleman-Stil nach David Gandy: Es zählt die Passform
Inmitten von Gästen und Entourage fällt Gandy vor allem durch eines auf: unaufgeregte, selbstverständliche Souveränität. Er gibt sich nahbar, plaudert charmant in alle Richtungen, posiert geduldig für Selfies und nippt dabei immer wieder an seinem Gin Tonic – seinem absoluten Lieblingsdrink. Was fragt man so jemanden eigentlich zwischen zwei Schlucken? Zum Beispiel, was einen gewöhnlichen Typen von einem echten Gentleman unterscheidet. David Gandy braucht dafür keine philosophischen Abhandlungen: „Ein Gentleman kennt seine genaue Kleidergröße“, sagt er trocken. Pause. „Er weiß einfach, wie ein Anzug sitzen muss.“ Für ihn ist nicht das teuerste Seidenfutter entscheidend, sondern die unstrukturierte, leichte Verarbeitung und das tiefe Verständnis für die Passform.
„Ein Gentleman kennt seine genaue Kleidergröße. Er weiß einfach, wie ein Anzug sitzen muss.“
Hackett und David Gandy: 20 Jahre Freundschaft
Dass er sich heute Abend unter die Frankfurter mischt, ist für den Mann, der regelmäßig zum am besten angezogenen der Welt gewählt wird, weit mehr als ein steriler Werbejob: „Jeremy Hackett und ich sind seit 20 Jahren eng befreundet. Das ist eine echte, gewachsene Beziehung.“ Tatsächlich war Hackett eine der ersten Marken, die den Jungen aus der Arbeiterklasse ganz am Anfang seiner Karriere buchten. Inzwischen mischt er kreativ mit und hat seine eigene Linie „David Gandy Wellwear“ integriert. Mode, die den Träger nicht nur gut aussehen lässt, sondern durch mit Aloe-Vera-Extrakten behandelte Stoffe für echtes Wohlbefinden sorgt: Kleidung mit integriertem Wellness-Faktor sozusagen.

David Gandy privat: Maßhosen und zwei unersetzliche Uhren
Wer nun glaubt, dass Gandy, dieser Inbegriff männlicher, unaufdringlicher Eleganz, zu Hause erst einmal erleichtert in die Jogginghose schlüpft, hat sich gewaltig geschnitten. Was er trägt, wenn er ganz für sich ist? Er bleibt der Savile Row treu: „Ich trage eigentlich immer Sachen, die von der Schneiderkunst inspiriert sind. Hosen mit Bundfalten zum Beispiel, natürlich vom Maßschneider – aber eben auf eine lässige und luxuriöse Art interpretiert.“

Aber selbst bei so viel Stiltreue muss es doch Ausnahmen geben. Was, wenn sein Kleiderschrank in Flammen stünde und er nur ein einziges Teil retten könnte – nicht wegen des Preises, sondern wegen der Geschichte dahinter? David nimmt sich kurz Zeit, sichtlich amüsiert über das Szenario. „Ich würde zwei Uhren greifen, in denen die Initialen und Geburtsdaten meiner Töchter eingraviert sind. Die habe ich anfertigen lassen, als sie geboren wurden. Die sind absolut unersetzlich.“ Ein kurzer Moment echter Emotion, bevor der britische Humor wieder die Oberhand gewinnt: „Wobei ich natürlich hoffe, dass ich beim Rausrennen zumindest eine Hose anhabe. Das wäre für alle Beteiligten besser.“
Ohne Tempolimit: Gandys Traum vom Jaguar

Richtig auf Touren kommt der bekennende Connaisseur klassischer Sportwagen beim Thema Speed. Wie er das fehlende Tempolimit auf hiesigem Asphalt findet? Seine Augen leuchten auf, er grinst: „Ganz ehrlich? Wenn du mir jetzt einen schnellen Jaguar vor die Tür stellen würdest … ich würde sofort auf die Autobahn und 350 Sachen machen.“ Er schaut sich verschmitzt um: „Nichts gegen dieses Event, Hackett! Aber das wäre jetzt genau mein Ding.“ Zuzutrauen wäre es ihm. Und wahrscheinlich sitzen selbst bei diesem Tempo die Bundfalten noch absolut perfekt.
