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Ellen Harrington verlässt das Filmmuseum

Umfassender Wechsel an der Spitze des Deutschen Filmmuseums. Ellen Harrington hat sich als Direktorin des DFF in Frankfurt zurückgezogen. Auch Vorstandsmitglied Aurélio de Sousa stellt sein Amt zur Verfügung.

Ellen Harrington hat sich nach mehr als sechs Jahren an der Spitze dazu entschieden, das Filmmuseum mit sofortiger Wirkung zu verlassen. Das teilten das DFF sowie die Verwaltungsratsvorsitzende und Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig mit. Als Grund für ihren Rücktritt gab Harrington „persönliche medizinische und familiäre Prioritäten“ an. Die Leitung übernimmt kommissarisch Christine Kopf, die bisher als Leiterin der Abteilung Filmvermittlung tätig war.

Aurélio de Sousa, der mit Harrington gemeinsam den Vorstand des Trägervereins bildete, gibt sein Amt ebenfalls auf. Nachfolger im Vereinsvorstand und einziges Mitglied in diesem Gremium wird der frühere Messevorstand Michael von Zitzewitz. Zunächst für ein Jahr.

Ellen Harrington kehrt nach Los Angeles zurück

„Ich habe die Entscheidung getroffen, mich von dieser Position zurückzuziehen und werde nun in meine Heimat Los Angeles zurückkehren“, begründete sie weiter. Außerdem blickt sie positiv in die Zukunft des DFF. Sie freue sich, dass das Filmmuseum auch weiterhin über ein starkes Führungsteam verfügen wird. Gemeint sind damit neben Christine Kopf auch ihr zukünftiger Stellvertreter Tobias Römer. Er ist künftig als Verwaltungsdirektor für Personal und Finanzen verantwortlich.

Wer die Hintergründe des personellen Komplettumbaus verstehen will, muss wissen: Harrington ist in Frankfurt nie richtig angekommen. Sie hat mit ihrem Team gefremdelt, und das von ihr geleitete Haus steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Zu Kulturdezernentin Ina Hartwig hatte die scheidende Direktorin kein gutes Verhältnis. Auch die Einladung zur Jubiläumsfeier „75 Jahre DFF / 40 Jahre Deutsches Filmmuseum“ Anfang Juni war eher lieblos, kaum gesellschaftlich koordiniert und ohne echtes Engagement für das Haus. Frankfurt ist anderes gewohnt – vor allem von einer Institution, die auf bürgerliches Engagement und Spenden angewiesen ist.

Kulturdezernentin Hartwig findet zum Abschied in bester Polit-Manier dennoch warme Worte: „Sie hat maßgeblich dazu beigetragen, das deutsche Filmerbe zu bewahren und das DFF, etwa mit Archiv-Akquisen und weit über Frankfurt hinausstrahlenden Ausstellungen, auch international sichtbar zu machen“. Man danke ihr außerdem für die herausragende Arbeit und wünsche ihr für die Zukunft alles Gute.


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