Große Meister, große Torte, große Gesten: Mit einem fulminanten Festakt leitete das Frankfurter Kunstmuseum Städel am 15. März 2015 die Feier seines 200jährigen Bestehens ein. Zahlreiche Mäzene, Kulturschaffende sowie Akteure aus Wirtschaft und Politik wie Friedrich und Sylvia von Metzler, Ex-Deutsche-Bank Chef Hilmar Kopper und der Intendant des Hessischen Rundfunks, Dr. Helmut Reitze waren der Einladung in die unterirdischen Gartenhallen des 2012 fertig gestellten Erweiterungsbaus gefolgt. In ihren Begrüßungs-Reden wandten sich Städel-Direktor Max Hollein und der Vorsitzende der Administration des Städels, Nikolaus Schweickart, vor allem der Geschichte zu. Sie begann auf den Tag genau vor 200 Jahren mit einem großzügigen Geschenk des Frankfurter Händlers Johann Friedrich Städel an die Bürger seiner Stadt: Im Alter von 86 stellte er ihnen seine umfangreiche Kunstsammlung samt seines immensen Vermögens zur Verfügung. Ein  Geschenk, das große Wirkung zeigte: Es folgten, wie von Johann Friedrich Städel erhofft, zahlreiche Nachahmer seinem Beispiel als Förderer. So lebte das Städel von Beginn an von einem starken Gemeinschaftssinn – ein Aspekt, den auch die Kulturstaatsministerin Monika Grütters in ihrer Festtagsrede aufgriff: „Das Miteinander zieht sich ja von Anfang an wie ein roter Faden durch die Geschichte des Städel. Es gibt wohl kaum ein anderes Museum von Weltrang in Deutschland, das über so viele Jahrzehnte vom Bürgersinn kunstbegeisterter Zeitgenossen getragen und davon so sehr durchdrungen ist wie dieses Schmuckstück am Main, auf das nicht nur Frankfurt, sondern ganz Deutschland stolz sein kann.“ Auch die 200-Jahr-Feier selbst ist auf den Einsatz der vielen Unterstützer des Städels zurückzuführen.

Genuss für alle Sinne

Regierungssprecher Steffen Seibert mit Sylvia von Metzler und Künstlerin Benedicte Peyrat und Ex-Städeldirektor Prof. Dr. Klaus Gallwitz
Regierungssprecher Steffen Seibert mit Sylvia von Metzler und Künstlerin Benedicte Peyrat und Ex-Städeldirektor Prof. Dr. Klaus Gallwitz

Den hochkarätigen Geburtstagsgästen entsprechend hatte der Direktor des Städels, Max Hollein, mit dem Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks für eine ebensolche musikalische Untermalung gesorgt. Das kulinarische Highlight der Veranstaltung kam vom Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann: Der Vertreter der Stadt beeindruckte die Festgäste mit einer über zwei Meter großen, dem grünen Dach des Neubaus nachempfundenen Geburtstagstorte aus Sahnecreme. Einige Teilnehmer, darunter Regierungssprecher Steffen Seibert, Hirnforscher Dr. h. c. mult. Wolf Singer und Sylvia von Metzler präsentierten ihre persönlichen Lieblingsstücke der umfangreichen Städel-Sammlung. Der Vorsitzenden des Städelschen Museums-Vereins hat es Daniel Richters „Die Horde“ besonders angetan. „Das war nämlich das erste Bild, das wir 2012 für den Neubau erworben haben“, erklärt sie. Dass die Festtagsgäste mit ihrer Begeisterung für die Kunst und das Städel nicht allein waren, bewies der enorme Besucherandrang bei dem an den Festakt anschließenden öffentlichen Bürgerfest. So bewahrheitete sich die Feststellung, die Hessens Kulturminister Boris Rhein in seiner Rede traf: „Das Städel bringt alle und alles zusammen.“ (kl)