Eine fast 15-jährige Ära geht zu Ende

„Wer überlebt schon 14 Jahre erfolgreich in Frankfurt? Richtig: Wir!“ So hatte sich der King Kamehameha Club noch im April anlässlich seines 14. Geburtstages selbst gefeiert. Doch ein 15. Jubiläum wird nicht mehr geben. Die traurige Nachricht für das Frankfurter Nachtleben: Der Club auf der Hanauer Landstraße muss seine Pforten schließen.

1999 wurde der King Kamehameha Club in einem alten Brauhaus auf der Hanauer Landstraße gegründet
1999 wurde der King Kamehameha Club in einem alten Brauhaus auf der Hanauer Landstraße gegründet

Alles hatte mit der Idee begonnen, ein altes Brauhaus auf der Hanauer Landstraße in einen stylishen Club zu verwandeln. 1999 eröffneten Madjid Djamegari (Gibson Club) und Radu Rosetti (Walon, Rosetti & Cie.) den King Kamehameha Club und benannten ihn nach der hawaiianischen Bar in der 80er-Jahre-Kultdetektivserie „Magnum“. Dem Club gelang es fortan über einen Zeitraum von fast 15 Jahren, die Kultur und Entwicklung eines gesamten Viertels in Frankfurt zu prägen. Nach den goldenen Anfangsjahren jedoch hatte sich der Club für Kenner seit 2008 deutlich verändert. So musste auch der letzte verbliebene und noch operative Gründer Madjid Djamegari auf Betreiben des Investors Carsten K. Rath das Haus verlassen, und der Club geriet in der Folge schon im Jahr 2009 in schwieriges Fahrwasser. Die Lösung sah die Investoren-Gruppe um Rath darin, den Club wieder an die beiden Frankfurter und King Kamehameha-Kenner Jurek Wiekolow und Tim Plasse zurück zu verpachten. Diesen gelang es jedoch auch in den Folgejahren nicht, an die erfolgreichen Anfangszeiten anzuknüpfen. Mit dem Erfolg blieben nun zuletzt auch die Zahlungen an Vermieter Ardi Goldman aus. Nun bleibt der Club selbst am legendären Donnerstag-Abend geschlossen. Die erst kürzlich erfolgte Vorstellung einer neuen Band, mag wohl nur als ein letztes Aufbäumen vor dem Eingeständnis des faktischen Untergangs zu werten sein. Für Vermieter Goldman ist dies nach der Cocoon-Pleite bereits die zweite Location binnen 12 Monaten, für die er einen neuen Betreiber suchen muss. Und für Frankfurt nach der Pleite des Living XXL das Ende einer weiteren Club-Ära binnen nur 12 Monaten. Der gerne auch als Visionär titulierte Investor Goldman hat jedoch bereits neue Ideen für die alte Brauerei auf dem Union-Gelände. Was genau, will er noch nicht verraten. Nur soviel: „Die Planungen laufen schon“.

King Kamehameha-Gründer und heutiger Gibson-Chef Madjid Djamegari
King Kamehameha-Gründer und heutiger Gibson-Chef Madjid Djamegari

Auch der einstige Gründer Madjid Djamegari zeigte sich ob der Nachricht betroffen: „Der King Kamehameha Club war eine Frankfurter Institution, die das Nachtleben in Frankfurt fast 15 Jahre geprägt und angeführt hat“. Dass der Club mit anhaltender Erfolglosigkeit zu kämpfen hatte, verwundert Djamegari jedoch nicht: „In den vergangenen Jahren haben sich Clubs wie Travolta, Gekkos, Kane & Abel und auch Gibson erfolgreich in der City etabliert. Es gibt einen klaren Trend hin zur Innenstadt, der nicht nur in Frankfurt zu beobachten ist. Selbst das einst verrufene Bahnhofsviertel erfährt derzeit aufgrund seiner Lage eine deutliche Belebung. Sich hiergegen zu behaupten, war und ist für Clubs am Stadtrand auch in Anbetracht eines zunehmenden qualitativ hochwertigen Wettbewerbsumfelds eine sehr schwierige Aufgabe.“

Die K. K. Club Band (vormals King Kamehameha Club Band) am berüchtigten Live-Donnerstag im King Kamehameha Club
Die K. K. Club Band (vormals King Kamehameha Club Band) am berüchtigten Live-Donnerstag im King Kamehameha Club

Wie schwierig diese Aufgabe tatsächlich war, zeigte sich insbesondere am berühmten Live-Donnerstag, an dem es dem Club und der eigenen Band über Jahre hinweg gelungen war, das Publikum in das Frankfurter Ostend zu locken und bis tief in die Nacht zu unterhalten. Doch auch hier konnte der Club gegen das Angebot des neuen Platzhirschs Gibson nicht mehr richtig punkten. Die einst zahlreichen Gäste blieben mehr und mehr aus, und selbst die hauseigene King Kamehameha Club Band, die den Club auf der Hanauer Landstraße mehr als ein Jahrzehnt lang begleitete, demonstrierte im Sommer diesen Jahres zunächst mit Ihrer Umbenennung in K. K. Club Band eine neue Unabhängigkeit zum Club bevor sie schlussendlich gar zum direkten Wettbewerber Gibson „überlief“, wo sie nun den für Frankfurt legendären Donnerstag Abend musikalisch gestalten.

Und wie geht es mit dem ebenfalls wirtschaftlich angeschlagenen King Kamehameha Beach Club auf der Offenbacher Hafeninsel weiter? Nach den Angaben von Betreiber Tim Plasse könnten mit einigen Bauten ein Ganzjahresbetrieb realisiert werden. Entsprechende Überlegungen gäbe es derzeit jedenfalls.