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In Zeiten, in denen an jeder Ecke Frankfurts Burgerläden aus dem Boden zu sprießen scheinen, war diese Mitteilung eine Überraschung. Denn „The Seven Swans“-Geschäftsführerin Denise Omurca und Küchenchef Jan Hoffmann haben entschieden: Im schmalsten Haus Frankfurts werden ab sofort nur noch vegetarische Speisen kredenzt. Ein mutiger Entschluss – hatte sich Hoffmann mit seinen Kreationen hier doch erst vor zwei Jahren einen Michelin-Stern erkocht.

Im 'White Room' genießen die Gäste den direkten Blick auf den Main.
Im ‚White Room‘ genießen die Gäste den direkten Blick auf den Main.

„Die Idee hatten wir schon länger“, berichtet er von der Entscheidung, von nun an Fisch und Fleisch komplett von der Karte zu streichen. „Beim vergangenen Braumannswiesenfest saßen wir dann zusammen. Dort fiel die finale Entscheidung: Wir haben schon zuvor viel vegetarisch gekocht, jetzt wollen wir komplett darauf umstellen“.

„Wir setzen auf regionales und biologisches Gemüse, fermentieren unter anderem auch viel“, erklärt der Sternekoch weiter. Von den Braumannswiesen, einem drei Hektar großen, eigenen Stück Land in Bad Homburg, wird „The Seven Swans“ mit eigens für die Bedarfe des Restaurants angebautem Gemüse und Kräuter versorgt. Gesetzt wird dort auf Permakultur, also auf nachhaltige, landschaftliche Lebensräume, die sich selbst erhalten.

Spargel an Schalotte, BBQ und Wildkräutern
Spargel an Schalotte, BBQ und Wildkräutern

Am vergangenen Abend konnten sich Freunde und Gäste zum ersten Mal vom neuen Konzept des Restaurants überzeugen lassen. Sie zeigten sich begeistert von kleinen kulinarischen Raffinessen wie jungem Gemüse an Ziegenfrischkäse, gegrilltem Lauch und Karottencreme oder der frühlingshaften Bärlauchcremesuppe.

Das Menü für den Mai wird aus geschmacksintensiven Gerichten wie Fenchel mit Radieschen, Sauerampfer und Grün oder Douglasie mit Quark, Verjus und Dill bestehen, die Hälfte der korrespondierenden Bio-Weine stellen zudem Naturweine dar. Alle ein bis zwei Monate und je nach Saison wechseln die dargebotenen Gänge des Restaurants.

Was sein Lieblingsgericht auf der aktuellen Karte darstelle, kann Jan Hoffmann aber nicht beantworten: „Jedes Gericht ist ein Highlight. Wir wollen uns einfach jedes Mal aufs Neue übertreffen – und so crazy wie möglich sein.“